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Uni-Journal Jena11/14

Forschung

Laser erreicht Höchstgeschwindigkeit

Physiker entwickeln ultraschnelle Halbleiter-Nanolaser

Neue Erkenntnisse zu einem alten Kanal

Wasserbauliches Konzept des Karlsgrabens erstmals belegt

Eintausend Milliarden Schaltvorgänge

pro Sekunde – auf diesen Spitzenwert

bringen es die Halbleiter-Nanolaser, die

Jenaer Physiker gemeinsam mit Kol-

legen des Imperial College in London

entwickeln. Wie das Forscherteam im

Magazin „Na-

ture Physics“

schreibt, verfügt

es damit über

die schnellsten

Laser überhaupt

(DOI: 10.1038/

NPHYS3103).

Schnelligkeit, so

erläutert Prof. Dr.

Carsten Ronning,

bedeute in diesem

Fall die Geschwin-

digkeit des An-

und Abschaltens

des Lasers und

nicht die Dauer der

Laserpulse. „Wäh-

rend die schnells-

ten Laser typi-

scherweise einige

Nanosekunden für

einen Schaltvorgang brauchen, dauert

eine Schaltung unserer Halbleiternano-

laser weniger als eine Pikosekunde und

ist damit tausend Mal kürzer“.

Für ihre Nanolaser nutzen dieWissen-

schaftler winzige Drähte aus Zinkoxid.

„Licht wird an den Enden der Drähte,

wie an einem Spiegel, reflektiert und

verstärkt sich beim Durchlauf durch den

Nanodraht“, erläutert Doktorand Robert

Röder. Dass sich Nanodrähte prinzipiell

als Laser eignen, ist für die Forscher

nicht neu. Neu ist dagegen die Mög-

lichkeit, die Geschwindigkeit des Lasers

grundlegend modifizieren zu können.

Dazu haben die Physiker die Nano-Halb-

leiter mit einer metallischen Schicht

kombiniert, wobei zwischen beiden

ein minimaler Zwischenraum von zehn

Nanometern Breite bleibt. Darin wird

das Lichtfeld eingeschnürt. „Auf diese

Weise wird die Wechselwirkung zwi-

schen Licht und Materie beschleunigt“,

sagt Robert Röder. Dies sei nicht nur

„Weltrekord“ was die Schaltgeschwin-

digkeit des Lasers betrifft. „Wir haben

damit sehr wahrscheinlich auch die Ma-

ximalgeschwindigkeit erreicht, mit der

ein solcher Halbleiter-Laser überhaupt

geschaltet werden kann.“

Anwendungsmöglichkeiten für die ul-

traschnellen und nanometer-kleinen La-

ser bieten sich als optische Transistoren

und als Sensoren. 

US

Physik-Doktorand

RobertRöder.

Kontakt:

Tel.:03641/947318

E

-Mail:robert. roeder@uni-jena.de

Der Karlsgraben war das bedeutendste

Bauprojekt des Frühmittelalters zur

Querung der Europäischen Hauptwas-

serscheide. Der Kanal, errichtet auf In-

itiative Karls des Großen, bildet bis in

die Neuzeit den einzigen Versuch, das

Einzugsgebiet des Rheins mit dem der

Donau auf schiffbarem Weg zu verbin-

den. Bisher lagen aber keine gesicherten

Erkenntnisse zu seiner Funktionsweise

vor. Forscher aus Leipzig haben den

Karlsgraben zusammen mit Kollegen aus

Jena, München und Osnabrück mithilfe

archäologisch-historischer und geoar-

chäologischer Methoden untersucht. Sie

können nachweisen, dass die Konstruk-

tion mindestens 2 300 Meter lang und

als Scheitelkanal konzipiert war. Mit ei-

ner Wassertiefe von 60 bis 80 Zentime-

tern und einer Breite von fünf bis sechs

Metern war das Bauwerk ausreichend

dimensioniert für die Passage damaliger

Frachtschiffe und tonnenschwerer Güter.

Ausstellung zur „Großbaustelle“

Seine Ergebnisse hat das Wissen-

schaftlerteam, zu dem auch Prof. Dr. Pe-

ter Ettel vom Lehrstuhl für Ur- und Früh-

geschichte gehört, in der Fachzeitschrift

PLOS ONE veröffentlicht (DOI: 10.1371/

journal.pone.0108194). Auch die Öffent-

lichkeit kann sich ein Bild machen: Noch

bis 23. November ist die Ausstellung

„Großbaustelle 793. Das Kanalprojekt

Karls des Großen zwischen Rhein und

Donau“ in Treuchtlingen zu sehen.

Voruntersuchungen hatten in den ver-

gangenen Jahren bereits gezeigt, dass

viele der bislang publizierten Hypothe-

sen neu zu bewerten sind. Ziel der For-

scher war es daher, das wasserbauliche

Konzept des Karlsgrabens zu rekonstru-

ieren. Dazu haben sie den Kanal mit 60

Rammkernbohrungen sondiert.

Wie sich herausstellte, berücksichti-

gen der Verlauf und die rekonstruierte

Grabensohle des Kanals die hydrogeolo­

gischen Ausgangsbedingungen, so dass

die natürlichen Potenziale derWasserzu-

führung geschickt genutzt worden sind.

Tonige Verfüllungen der Grabensohle

und die zahlreichen Vorkommen von

Faulschlämmen beweisen, dass der Ka­

nal über mehrere Jahrhunderte in wei-

ten Bereichen tatsächlich mitWasser ge-

füllt war. Ob aber jemals Schiffe auf dem

Kanal fuhren, bleibt auch nach den vor-

gestellten Untersuchungen unklar. PM

DerJenaerGra-

bungsleiterLukas

WertherbeimFrei­

legenderUferbefes-

tigungdesKanals.

Kontakt:

Prof.Dr.PeterEttel

Tel.:03641/944890

E-Mail:p.ettel@uni-

jena.de

Foto:privat

Foto:Kasper

[alsoavailableinEnglish:

www.uni-jena.de/en/uni_journal_11_2014.html

]