

24
II
Forschung
Das von Bund und Ländern finanzierte Akademiepro-
gramm ist eines der größten geisteswissenschaftli-
chen Forschungsprogramme Deutschlands. Es dient
der Erschließung, Sicherung und Vergegenwärti-
gung des kulturellen Erbes. Prof. Dr. Jens Haustein
ist nun als Koordinator eines interakademischem
Großprojektes zu vorreformatorischer Bibelüber-
setzung beteiligt. Gemeinsam mit seinem Augs-
burger Kollegen Prof. Dr. Freimut Löser leitet er das
Vorhaben, das von der Berlin-Brandenburgischen
Akademie der Wissenschaften und der Bayeri-
schen Akademie der Wissenschaften betreut wird.
„Im Anfang war das Wort“ - jedoch nicht das Lu-
therische. Die ersten Zeilen des Prologs im Johan-
nesevangelium gehören wohl zu den bekanntesten
Akademieprogramm
Wendungen aus der Bibel, die der Reformator Martin
Luther einst vom Griechischen ins Deutsche übersetz-
te. Wenngleich Luthers Werk das bekannteste seiner
Art ist, war der Theologieprofessor nicht der erste, der
Gottes Wort in die deutsche Sprache übertrug. Bereits
im 14. Jahrhundert schuf ein namentlich unbekannter
Autor, der aufgrund des sprachlichen Befundes der
„österreichische Bibelübersetzer“ genannt wird, eine
umfangreiche und dazu noch kommentierte Version.
Das Besondere: Der Übersetzer war nicht etwa wie Lu-
ther Theologe, sondern ein Laie, der das Bibelwort mit
seinen Übersetzungen einer größeren Zahl von dem La-
tein nicht mächtigen Laien zugänglich machen wollte.
Trotz der sehr aufwendigen und zum Teil reich bebilder-
ten Handschriften ist der Autor bisher nur einer Reihe
Insgesamt 92,5 Mio.
€
Drittmittel (ohne Landesforschungsförderung) verausgabten die Friedrich-Schiller-
Universität Jena und das Universitätsklinikum Jena im Jahr 2015. Damit bleiben die Drittmittelausgaben
in Bezug zu den Vorjahren weiterhin auf hohem Niveau.
Drittmittel gesamt:
92,5 Mio.
€
(Ausgaben, inkl. Medizin)
DFG
32,5 Mio.
€
Bund
30,0 Mio.
€
Aufträge/Dienstleistungen
12,9 Mio.
€
EU
3,5 Mio.
€
Land*
1,2 Mio.
€
DAAD**
1,3 Mio.
€
Stiftungen/Stiftungs-
10,7 Mio.
€
professuren/Spenden/Sonstige
Drittmittel 2015
35%
33%
14%
4%
1%
1%
12%
von Spezialisten bekannt. Das soll sich nun ändern:
Im neuen Akademieprojekt soll in den kommenden
zwölf Jahren eine Edition des Gesamtwerkes ent-
stehen. Nach dem Start des Projektes „Der Öster-
reichische Bibelübersetzer. Gottes Wort deutsch“
widmen sich die beteiligten Forscherinnen und
Forscher zunächst der Transkription des sogenann-
ten Klosterneuburger Evangelienwerks. Es umfasst
27 Überlieferungszeugnisse, die sich in zahlreichen
Bibliotheken Österreichs und Deutschlands befinden
und für die digitale wie auch eine gedruckte Edition
aufbereitet und analysiert werden.
*
Professor Dr. Jens Haustein