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22

II

Forschung

Auftragsforschung für Unternehmen

und die öffentliche Hand

2015 erhielt die Universität Jena insgesamt 170 Auf-

träge, die für Unternehmen und für die öffentliche

Hand bearbeitet wurden. Die Auftragsforschung ist

somit ein bewährtes und wichtiges Instrument, um

die Anbahnung der Zusammenarbeit zwischen Wirt-

schaft und Wissenschaft zu unterstützen. 17% der

Projekte werden mit Thüringer Unternehmen umge-

setzt, 53% der Aufträge wurden für überregionale

Unternehmen und 30% für öffentliche Auftraggeber

durchgeführt. Auch über die Forschung hinaus wurde

die Zusammenarbeit mit regionalen Wirtschaftspart-

nern weiter vertieft. Der Unternehmertag in Dorn-

burg mit dem Bundesverband der mittelständischen

Unternehmen, die Firmenkontaktbörse der FSU, an

der auch 2015 wieder 25 Unternehmen Einstiegs-

möglichkeiten für Absolventinnen und Absolventen

und Optionen für gemeinsame Projekte präsentierten

sowie verschiedene Matching-Veranstaltungen mit

Industriepartnern trugen zur Anbahnung gemeinsamer

Forschungsprojekte und zur Netzwerkbildung bei.

Besondere Einzelbewilligungen und Preise

Herausragende Erfolge konnten 2015 Prof. Dr. Andreas

Tünnermann und Prof. Dr. Lothar Wondraczek feiern.

Beide Wissenschaftler werden in den nächsten fünf

Jahren durch das Exzellenzprogramm des European

Research Councils (ERC) gefördert. Prof. Dr. Andreas

Tünnermann erhielt einen Advanced Grant für die Erfor-

schung von Faserlasern und Prof. Dr. Lothar Wondraczek

einen Consolidator Grant für das Projekt UTOPES zur

Erforschung neuer Materialien zur Glasherstellung.

Die Alexander von Humboldt-Professur ist mit bis zu

fünf Millionen Euro der höchstdotierte Forschungspreis

Deutschlands und soll internationale Spitzenforscher

an deutsche Universitäten holen. Als erste Thüringer

Einrichtung war die FSU Jena zusammen mit dem Leibniz-

Institut für Alternsforschung – Fritz-Lipmann-Institut (FLI)

in diesem Programm erfolgreich. Gemeinsam wurde der

international renommierte Stammzellforscher Prof. Dr.

Heinrich Jasper vom Buck Institute for Research on

Aging, USA, für eine Professur in Jena vorgeschlagen.

Als einer der ersten Wissenschaftler nutzt er als Mo-

dellsystem die Fruchtfliege (Drosophila melanogaster),

um molekulare Mechanismen der Stammzellalterung zu

untersuchen. Mit der Berufung von Prof. Dr. Heinrich

Jasper soll die Alternsforschung in Jena eine weitere

deutliche Verstärkung erhalten.

SFB ReceptorLight

Als wichtige Schaltmoleküle sind Membranrezep-

toren an nahezu allen Lebensprozessen beteiligt.

Diese im Allgemeinen komplex aufgebauten Pro-

teine sitzen wie sehr sensible Antennen in den

Zellmembranen und warten auf Signale, die sich

in Form kleiner Moleküle, sogenannter Liganden,

spezifisch und passgenau an die jeweiligen Re-

zeptoren anlagern können. Der Rezeptor ändert

dann die chemische Gestalt und somit seine

Eigenschaften und gibt so den Startschuss für

andere Signal- oder auch Stofftransporte in der

Zelle. In den vergangenen Jahren haben neue

lichtmikroskopische Methoden zum besseren

Verständnis der Arbeitsweise von Membranre-

zeptoren beigetragen. Licht als physikalisches

Werkzeug hält dabei die Störung der biologischen

Prozesse und Strukturen sehr gering und bietet

somit vielfältige neue Erkenntnismöglichkeiten.

Der von Prof. Dr. Klaus Benndorf koordinierte SFB/

Transregio 166 „HighEnd-Lichtmikroskopie für die

Funktionsaufklärung membranärer Proteinrezepto-

ren (ReceptorLight) mit Wissenschaftlerinnen und

Wissenschaftlern aus Jena und Würzburg setzt

genau hier an. In 22 Teilprojekten und mit einem

großen Arsenal an Mikroskopietechniken wollen

die Forscherinnen und Forscher die Funktionswei-

se verschiedenster Membranrezeptoren weiter

entschlüsseln. Je nach Fragestellung werden sie

dazu auch an der Weiterentwicklung der Metho-

den und der Auswertung der gewonnenen Bilder

arbeiten. Die Arbeitsgruppen verbinden dabei ihr

vielfältiges methodisches Können auf dem Gebiet

der Hochleistungs-Lichtmikroskopie mit den Kennt-

nissen der Physiologie und Biophysik. Dabei werden

sie nicht nur hochmoderne lichtmikroskopische

Methoden, sondern auch spezielle Algorithmen zur

Bilddatenanalyse und ein eigenes Forschungs- und

Bilddatenmanagement gemeinsam nutzen.