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II
Profillinie „Life“
: Diese Profillinie umfasst die Be-
reiche Mikrobiologie und Infektionsforschung, Biodi-
versität sowie Alternsforschung. Die mikrobiologische
Forschung, die in der Exzellenz-Graduiertenschule
„Jena School for Microbial Communication“ einen
weit über die Mikrobiologie hinausgehenden Rahmen
gefunden hat, setzt sich in den drei Sonderforschungs-
bereichen „FungiNet“, „ChemBioSys“ und „AquaDiva“
fort. In diesen wird die Forschung in den themati-
schen Schwerpunkten der infektionsbiologischen, (bio)
chemischen und ökologisch-geowissenschaftlichen
Ausgestaltung dieses Themenkomplexes gespiegelt.
Darüber hinaus sind gemeinsame Graduiertenkollegs
und -schulen mit dem Leibniz-Institut für Naturstoff-
Forschung und Infektionsbiologie – Hans-Knöll-Institut,
demMax-Planck-Institut für chemische Ökologie sowie
demMax-Planck-Institut für Biogeochemie eingebun-
den. Weitere involvierte Forschungsverbünde sind der
Leibniz Science Campus „InfectoOptics“, der BMBF-
Forschungscampus „InfectoGnostics“, das BMBF-
Zwanzig20-Konsortium „InfectControl“, das integrierte
Forschungs- und Behandlungszentrum Center for Sepsis
Control & Care und weitere Großprojekte.
Die Forschungen zu den Ursachen und Konsequen-
zen des Biodiversitätsverlustes, zum Zusammenspiel
geologischer und (mikro)biologischer Faktoren sowie
die Einflüsse auch auf den Boden oder die Grund-
wasserspeicher werden ebenso wie der Einfluss von
Biodiversität auf Ökosystemfunktionen in großer Breite
analysiert. Außeruniversitäre Partner sind dabei ne-
ben dem MPI für chemische Ökologie auch das MPI
für Biogeochemie und das Helmholtz-Zentrum für
Umweltforschung.
Im Entwicklungsbereich zur Alternsforschung geht es
um die Erforschung der biologischen Alterungsprozesse
sowie deren gesundheitliche und gesellschaftliche
Folgen. Daran wirkt insbesondere das Leibniz-Institut
für Alternsforschung – Fritz-Lipmann-Institut mit.
Die strukturelle Grundlage dieser Profillinie wird durch
das Jena Center for Microbial Communication (JCMC),
das Deutsche Zentrum für Integrative Biodiversität (iDiv)
sowie das Zentrum für Alternsforschung (ZAJ) gebildet.
Beteiligte Fakultäten: BPF, CGF, Med, PAF, FMI, FSV
Sprecherin der Profillinie Life ist Prof. Dr. Erika Kothe.
Profillinie „Liberty“
: Diese Profillinie soll den geis-
teswissenschaftlich orientierten Forschungsbereich um
Aufklärung, Klassik, Romantik, Idealismus, Ost- und Süd-
osteuropa sowie Zeitgeschichte und Erinnerungskultur
und die eher sozial- und verhaltenswissenschaftliche
sowie wirtschafts- und rechtswissenschaftliche Er-
forschung individueller und sozialer Bedingungen und
Folgen sozialen Wandels umfassen.
Jena und Weimar sind das Zentrum der „deutschen
Klassik“ um 1800, die als Zusammenspiel von Aufklärung
und Romantik Grundlagen unserer gegenwärtigen Kultur
bildet. Das Jenaer „Forschungszentrum Laboratorium
Aufklärung“ mit der „Forschungsstelle europäische
Romantik“ setzen im interdisziplinären Dialog Gegen-
wartsfragen und -probleme mit dieser Formationsphase
der modernen Gesellschaft in Beziehung und zielen
darauf, die klassischen Erinnerungsorte Deutschlands zu
aktuellen Diskussionsorten einer historisch informierten
Gegenwartsdiagnose zu machen.
Die Selbstaufklärung demokratischer Gesellschaften
über ihre Vergangenheit gehört nach den Erfahrungen
von Krieg, Diktatur und Völkermord zu den Grundvoraus-
setzungen der Demokratie. Das Jena Center Geschichte
des 20. Jahrhunderts und das Imre Kertész Kolleg Jena
gehören in enger Zusammenarbeit mit den Gedenkstätten
Buchenwald und Mittelbau-Dora zu den herausragenden
Orten europäischer zeithistorischer Forschung und ihrer
geschichtskulturellen Dimensionen.
Sozialer Wandel ist nicht nur ein Traditionsthema der
Forschung in Jena. Seine wissens- und erfahrungsge-
leitete Bewältigung ist vielmehr eine wesentliche Zu-
kunftsaufgabe aller modernen Gesellschaften. Inspiriert
von den Traditionsimpulsen in der Bewältigung sozialen,
ökonomischen und politischen Wandels hat sich in Jena
ein Forschungsschwerpunkt zur Problematik, Dynamik
und Bewältigung des Wandels gebildet. Forschung
zu individuellen und gesellschaftlichen Problemlö-
sungsmustern, zu gesellschaftlicher Transformation
und Demographie, zu technologischem Wandel und
Innovation, zu sozialen, ökonomischen und rechtlichen
Institutionen und deren Wandel, zu Governance-Formen
und -Strukturen, zur Konstitution und Dynamik von
Wissens-, Umwelt- und Finanzmärkten sowie zum
Individual- und Gruppenverhalten unter Unsicherheit
zeichnen den Schwerpunkt aus.
Die drei großen Bereiche der Profillinie werden organisa-
tional vom Forschungszentrum Laboratorium Aufklärung
inklusive der Forschungsstelle Europäische Romantik,
dem Imre-Kertész-Kolleg und dem Jena Schumpeter
Center for the Research on Socio-Economic Change
(JSC) (i.Gr.) getragen. Die Profillinie Liberty arbeitet
kontinuierlich und eng mit der Klassik-Stiftung Weimar,
der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-
Dora und dem Erfurter Max-Weber-Kolleg zusammen.
Beteiligte Fakultäten: Philo, FSV, WiWi, ReWi, Theo, FMI
Sprecher der Profillinie Liberty ist Prof. Dr. Stefan
Matuschek.
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