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II

BMBF-Projekte zur Erfassung und Bewertung von

Reputationskompetenzen und zur Gestaltung gesun-

der Arbeit in Pionierbranchen werden durch Prof. Dr.

Klaus Dörre koordiniert. Zwei weitere Projekte, die

an der Physikalisch-Astronomischen Fakultät in den

Arbeitsgruppen um Prof. Dr. Jens Limpert und Prof.

Dr. Christian Spielmann angelaufen sind, widmen

sich der Erforschung der Hochleistungsspektroskopie.

Den Einsatz von Nanopartikeln in der medizinischen

Diagnostik untersucht das Projekt NanoBel, das von

Prof. Dr. Dagmar Fischer am Institut für Pharmazie

geleitet wird. Durch das Bundeswirtschaftsminis-

terium wird ein Projekt der Industriellen Gemein-

schaftsforschung: „Integrierte optische Module durch

neue Bondtechnologien“ der Arbeitsgruppe von Prof.

Dr. Stefan Nolte gefördert. In Zusammenarbeit mit

einem KMU sollen im Rahmen eines Verbundprojekts

innovative Membranverfahren weiter entwickelt und

als Produktinnovation im kooperierenden Unterneh-

men umgesetzt werden.

Stifel Zentrum

Satelliten, Klimamessstationen und MRT-Geräte

haben eines gemeinsam: Dank des immensen

technischen Fortschritts der zurückliegenden Jah-

re produzieren sie heute riesige und stetig weiter

wachsende Datenmengen. Für die Forschung ist

das Segen und Fluch zugleich. Einerseits sind

diese Daten wertvolle Informationsquellen, aus

denen sich grundlegende Erkenntnisse ableiten

lassen. Andererseits haben gängige Datenban-

ken mittlerweile Dimensionen erreicht, die kein

Mensch mehr überblicken, geschweige denn

systematisch bearbeiten kann. Daher sind neue

Methoden der Datenanalyse und -verwaltung

notwendig. Die FSU hat zu diesem Zweck ein

neues Zentrum eingerichtet, das die interdiszipli-

näre Forschung im Bereich der datengetriebenen

und simulationsgestützten Wissenschaften bün-

deln soll. Benannt ist es nach demMathematiker

und Reformator Michael Stifel, der Mitte des

16. Jahrhunderts an der Universität Jena lehrte.

Aufgabe und Ziel des neuen Forschungszentrums

ist es, die Forschung in diesen computergestütz-

ten Bereichen zusammenzuführen und so die

„Daten-Schätze“ möglichst effizient zu heben.

Dazu ist das Stifel-Zentrum auf insgesamt drei

Forschungssäulen aufgebaut. Während sich die

Forscher in der ersten Säule neuen Methoden zur

Analyse der immer größer werdenden Datensätze

widmen, geht es in der zweiten Säule darum, aus

den zugrundeliegenden Daten wissenschaftliche

Modelle zu entwickeln und abzuleiten. In Säule

Nummer drei werden die Daten und Modelle für

Simulationen genutzt und damit wiederum neue

Daten generiert. Sprecher des Michael-Stifel-

Zentrums ist Prof. Dr. Joachim Denzler.

EU-Forschungsförderung – Horizon 2020

Im Programm Horizon 2020 sind der FSU bislang 20

Projekte bewilligt worden. Neu bewilligt wurde im

Programm FET-Flagship das Projekt GRAPHENE an dem

die FSU als Partnereinrichtung beteiligt ist. Projektleiter

an der FSU ist Prof. Dr. Andrey Turchanin (weitere Aus-

führungen siehe Kap. 7). Ziel des Netzwerks von 153

internationalen Partnern ist die rasche wirtschaftliche

Nutzung von Graphen und ähnlichen zwei-dimensionalen

Materialien in den Bereichen Informations- und Telekom-

munikationstechnologie, Materialwissenschaft, Energie

und Lebenswissenschaften. Die Universität Jena beteiligt

sich darüber hinaus mit vier Projekten an innovativen

Ausbildungsnetzen für Forschende im Programm ITN-

Marie Sklodowska-Curie. Im Rahmen der Verbundfor-

schung „Industrial Leadership“ werden drei Projekte

der FSU gefördert und sie ist Partnerin in weiteren vier

Projekten des EU-Förderformats „Societal Challenges“.

Über das Format ERA-NET wird die Zusammenarbeit

zwischen nationalen bzw. regionalen Forschungsför-

derinstitutionen zur verbesserten Koordinierung von

Forschungsaktivitäten der EU-Mitgliedstaaten unter-

stützt. Die gemeinsamen Aktivitäten sind auf Cluster,

auf gezielte Trainingsmaßnahmen oder transnationale

Forschungsaktivitäten ausgerichtet. An diesen Formaten

beteiligen sich u. a. die Arbeitsgruppen von Prof. Dr.

Günter Theißen mit der Erforschung der Anpassung

von Pflanzen an abiotischen Stress bei wechselhaften

Umweltbedingungen und von Prof. Dr. Thomas Heinze

mit einem Projekt zur Entwicklung von Polysaccharid-

basierten Biomaterialien.