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IV
Während die Tätigkeit in Forschung und Lehre sowie
die engere fachlich-disziplinäre Qualifizierung in den
Fakultäten, Graduiertenschulen, Graduiertenkollegs
und Promotionsprogrammen erfolgt, ist die Gradu-
ierten-Akademie für das fachübergreifende Qualifi-
zierungsprogramm sowie die zentrale Beratung und
Unterstützung zuständig. Die allen Promovierenden
der FSU offenstehenden Veranstaltungen fördern
dabei nicht nur die individuelle Qualifizierung, son-
dern zugleich die Vernetzung der Nachwuchswis-
senschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler
sowie das Verstehen und das Verständnis anderer
Fachkulturen. Das Qualifizierungsprogramm besteht
aus den Bausteinen „Grundfragen der Wissenschaft“,
„Forschungsmethoden“, „Präsentieren & Publizieren“,
„Kommunikation, Führung, Management“, „Karriere-
planung & Bewerbung“, „Sprachen“. An diesem Qua-
lifizierungsprogramm haben vom Wintersemester
2007 bis zum Sommersemester 2015 5.060 Personen
in 511 Veranstaltungen teilgenommen. Im letzten
akademischen Jahr waren es 908 Teilnehmerinnen
und Teilnehmer in 97 Kursen. Hinzu kommen 59 Veran-
staltungen mit 300 Teilnehmenden zur Qualifizierung
in der akademischen Lehre, die durch die Servicestelle
LehreLernen angeboten wurden.
Seit dem Jahr 2013 besteht mit der „Anlaufstelle für
Promovierende und Postdocs“ im Erdgeschoss des
Hauses „Zur Rosen“ eine gut frequentierte zentra-
le Serviceeinheit mit Informationen, Unterstützung
und Beratung. Darüber hinaus wird eine individuelle
Beratung, unter anderem zu Themen wie Promotions-
finanzierung, internationale Mobilität, Rahmenbedin-
gungen und Karrierewegen in der Promotions- und
Postdoc-Phase vermittelt. Internationalen Nachwuchs-
wissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern steht für
die außerfachliche Betreuung, Beratung und Beglei-
tung in Jena ein Tutoring-Service zur Verfügung.
Mitbestimmung, Selbstorganisation und Vernetzung
Der Rat der Doktorandinnen und Doktoranden
der Friedrich-Schiller-Universität (DR.FSU) ist ein
wichtiger Ansprechpartner für alle Fragen, die den
wissenschaftlichen Nachwuchs betreffen. Im Jahr
2015 konnte er diese Position an der Universität
weiter ausbauen und auch institutionell verankern.
Im Juli beschloss der Senat der Friedrich-Schiller-
Universität, dass eine Vertreterin bzw. ein Vertreter
des Doktorandenrates an den Senatssitzungen
ständig teilnehmen kann. In der Biologisch-Pharma-
zeutischen Fakultät wurde außerdem beschlossen,
ein Mitglied des DR.FSU als ständigen Vertreter
der Doktorandenschaft in den Fakultätsrat auf-
zunehmen.
Der DR.FSU vertiefte außerdem die Kontakte zu
Promovierendenvertretungen an anderen Universi-
täten und unterstützte sie bei der Gründung einer
eigenen Interessensvertretung. Im Zuge dieser
Vernetzung wurde ein Verbund mitteldeutscher
Promovierendenvertretungen gegründet, an dem
sich die Vertretungen der Universitäten Leipzig,
Halle und Freiberg beteiligen. Gemeinsam mit
diesem Verbund erarbeitete der DR.FSU eine hoch-
schulpolitische Stellungnahme zur Novellierung des
Wissenschaftszeitvertragsgesetzes. In Thüringen
wurde außerdem durch den DR.FSU ein Thüringer
Promovierendennetz aufgebaut, an dem die Univer-
sitäten Weimar, Erfurt und Ilmenau beteiligt sind.
Auf diese Weise können die hochschulpolitischen
Anliegen der Promovierenden in direkter und ge-
bündelter Form an die Landespolitik weitergegeben
werden. Der DR.FSU wird von der Landespolitik
bereits als Ansprechpartner bei allen Fragen, in
denen es um die Anliegen von Promovierenden
geht, wahrgenommen. So wurde in einem Gespräch
mit dem Wissenschaftsminister im Januar 2015
über die zukünftige Thüringer Wissenschaftspolitik
diskutiert und ein engerer Austausch vereinbart. Für
die Jenaer Promovierenden wurden vom DR.FSU
weiterhin Veranstaltungen zum gegenseitigen Ken-
nenlernen und Vernetzen angeboten: So eine Feier
für alle Promovierenden der FSU, ein Kino-Abend
sowie ein regemäßiger Promovierendenstammtisch.
Zur Vernetzung der Promovierenden untereinander
dienen auch die bewährten Veranstaltungen der
Graduierten-Akademie, an denen der DR.FSU sich
beteiligt: Die Willkommensveranstaltung für neue
Promovierende, der Promovierendentag, die Pro-
motionsfeier am Schillertag und das Sommerfest.
Außerdem führte die Graduierten-Akademie ihre
Formate fort, die die Eigenständigkeit und Sichtbar-
keit engagierter Nachwuchswissenschaftlerinnen
und Nachwuchswissenschaftler unterstützen, so
beispielsweise die Förderung von interdisziplinä-
ren Veranstaltungen, Arbeitsgruppen und Publika-
tionen. Diese Unterstützung von Nachwuchswis-
senschaftlerinnen und -wissenschaftlern hatte
einen starken Ermöglichungs- und Anschubeffekt:
Daher konnten im Jahr 2015 gleich mehrere Ver-
anstaltungen und Projekte von Promovierenden
unterstützt werden.