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V

Die Graduierten-Akademie verfolgt Gleichstellung

und Chancengerechtigkeit seit 2008 als zentrales

Prinzip der Nachwuchsförderung. Entsprechend

verfügen all ihre Mitgliedsprogramme über ver-

bindliche Konzepte zur Chancengerechtigkeit und

Familienfreundlichkeit. Die Graduierten-Akademie

bietet dem wissenschaftlichen Nachwuchs in der

Promotions- und Postdoc-Phase individuelle gender-

kompetente Qualifikations- und Karriereberatung,

Veranstaltungen zum Career-Advancement sowie

ein Qualifizierungsprogramm, das auch speziell an

Frauen und Eltern adressierte Formate beinhaltet.

Für Führungskräfte wurde im Berichtsjahr ein Leit-

faden zur Durchführung von Mitarbeitendengesprä-

chen im Wissenschaftsbereich erarbeitet, bei dem

Aspekte einer genderkompetenten und familiensen-

siblen Personalführung und Karriereförderung durch

Vorgesetzte besondere Berücksichtigung erfahren.

Mit dem Ziel, studierenden und beschäftigten Eltern

einen anschaulichen Überblick über die vielfältigen

Unterstützungsangebote der FSU für eine gelingende

Vereinbarkeit von Studium bzw. Beruf und Familie

zu bieten, entstand ein Imagefilm, der ab 2016 im

Internetportal des Hochschulfamilienbüros zu sehen

sein wird.

Eine gezielte Unterstützung von Nachwuchswis-

senschaftlerinnen wurde insbesondere für die Ziel-

gruppe der Postdoktorandinnen, in der der Frauen-

anteil unter den Mitarbeitenden am stärksten sinkt,

angeboten. Hierzu wurden Programme zur Förde-

rung der Berufungsfähigkeit mit unterschiedlichen

Schwerpunktsetzungen fortgesetzt. Das seit 2013

in Kooperation mit den Universitäten Leipzig und

Halle-Wittenberg geführte Mentoring-Programm

für Postdoktorandinnen startete in eine dritte Pro-

grammrunde. Jährlich werden bis zu 24 Nachwuchs-

wissenschaftlerinnen für bis zu zwei Jahre neu in

das Programm aufgenommen und durch erfahrene

Professorinnen und Professoren der Partneruniver-

sitäten sowie mittels karriererelevanten Weiterbil-

dungs- und Vernetzungsangeboten gezielt gefördert.

Im Berichtsjahr konnte zudem der erste Jahrgang

aus dem Programm verabschiedet werden. Über das

Programm „ProChance“ zur Förderung der Chancen-

gleichheit von Frau und Mann in der Wissenschaft“

wurden Forschungs- und Publikationsaktivitäten von

Nachwuchswissenschaftlerinnen zur Erhöhung ih-

rer wissenschaftlichen Profilierung, Sichtbarkeit und

Vernetzung gefördert.

Um fortgeschrittenen Doktorandinnen und Postdok-

torandinnen in der Orientierungsphase in einer für

ihre Karriereplanung entscheidenden Phase wirk-

same Unterstützung bieten zu können, wurde ein

Konzept für ein auf die Bedarfe dieser Zielgruppe

zugeschnittenes Mentoring-Programm entwickelt,

dessen Umsetzungsmöglichkeiten geprüft werden.

Eine in allen Phasen zugleich qualitäts- und gleich-

stellungsorientierte Gestaltung von Berufungsver-

fahren soll die Chancengleichheit im Ausschrei-

bungs- und Auswahlverfahren sichern und auf diese

Weise zu einer Erhöhung des Anteils weiblicher Pro-

fessoren beitragen. Entsprechende Standards zur

gleichstellungsorientierten Qualitätssicherung sind

in der Berufungsordnung sowie in den Handlungs-

empfehlungen des Senats der FSU für Gleichstellung

in Berufungsverfahren formuliert. Ihre Einhaltung

wird von der Hochschulleitung, dem Senat und den

in die Berufungsverfahren eingebundene Gleichstel-

lungsbeauftragte kritisch geprüft. Zudem bieten der

Dual Career Service und das Hochschulfamilienbüro

neuberufenen Professorinnen und Professoren, die

mit ihren Familien in Jena heimisch werden möch-

ten, individuelle Information und Beratung rund um

das Thema „Leben und Arbeiten mit Familie in Jena“.